Akkordarbeit im Schichtbetrieb: Ganz mit sich im Dreiklang

Irgendwann war unseren Vorfahren das einstimmige Musizieren auf Flöten oder einzelnen Saiten nicht mehr genug. Sie wagten einen revolutionären Schritt und spielten mehrere Töne gleichzeitig! Das klang natürlich interessanter und schöner, warf aber auch eine neue Frage auf: Welche Töne klingen gut zusammen?

Klingen mehr als zwei Töne zusammen, nennen wir das Gebilde einen Akkord. In diesem Beitrag beantworte ich elementare Fragen zum Thema „Akkorde“. Ich beschränke mich dabei zunächst auf Dreiklänge.

Woher kommt die Bezeichnung „Akkord“?

Im Französischem bedeutet „accord“ Übereinkunft oder Zusammenklang. Der Begriff hat aber auch lateinische und griechische Wurzeln mit der Bedeutung „Gleichklang“. Das englische „Chord“ hat denselben Wortstamm.

Wie wird ein Akkord aufgebaut?

Grundlage ist die Terzschichtung. Über einen Grundton werden Terzen aufgebaut. Beispielsweise also über den Grundton C ein E und ein G. Dies kann über jeden Ton einer Tonleiter geschehen. Hier ein Beispiel über eine Tonleiter in C-Dur.

Das sieht zunächst einmal hübsch gleichmäßig und einfach aus. Bei etwas genauerem Hinsehen zeigen sich jedoch Unterschiede. Drei Stufen einer Tonleiter bilden eine Terz. Diese kann jedoch – je nach Anzahl der Halbtonschritte – groß oder klein sein. Beim ersten Akkord im Beispiel wird die erste Terz in den Schritten

C – Cis – D – Dis – E und die zweite Terz in den Schritten

E – F – Fis – G erreicht.

Vier Halbtonschritte ergeben also eine große Terz und drei Halbtonschritte eine kleine Terz.

Welche unterschiedliche Arten von Akkorden gibt es?

Das Beispiel oben zeigt in den Akkorden immer vom tiefsten bis zum höchsten Ton eine Quinte. Kleine Unterschiede mit gewaltiger Wirkung befinden sich in der Terzschichtung. Ist der erste Tonabstand eine große Terz und der zweite Tonabstand eine kleine Terz erklingt ein Dur – Dreiklang. Im Beispiel oben also in der ersten, vierten und fünften Stufe mit C-Dur, F-Dur und G-Dur, da die Akkorde nach ihrem Grundton bezeichnet werden.

Ist die Schichtung der Terzen umgekehrt, also kleine Terz zuerst und dann die große Terz, erklingt ein Moll-Dreiklang. Im Beispiel oben in der zweiten, dritten und sechsten Stufe mit d-moll, e-moll und a-moll.

Was ist nun mit dem siebten Akkord? Zwei kleine Terzen übereinander? Auch hierfür gibt es einen Namen: Verminderter Dreiklang. Übermäßig wird der Akkord, wenn zwei große Terzen übereinander geschichtet sind.

Was sind die Besonderheiten bei der Gitarre?

„Gute Lagerfeuerpraxis“ ist das Spielen über sechs oder fünf Saiten. Mann könnte also dem Irrtum aufsitzen, dass der Akkord sechs Töne hat. Hat er nicht 🙂 – sondern die Töne werden einfach nur mehrfach gespielt. In der Regel in verschiedenen Tonhöhen. Ein E-Dur Akkord in der „üblichen“ Spielweise enthält dreimal den Ton E in unterschiedlichen Tonhöhen.

e dur

Da wir den gleichen Ton auf der Gitarre auf unterschiedlichen Saiten spielen können, ergibt sich eine weitere Besonderheit. Anders als auf dem Klavier können gleiche Akkorde mit den gleichen Tönen unterschiedlich gegriffen werden. Ein Beispiel:

voicing cdur

Wozu ist dieses Wissen gut?

Der Farbreichtum von Harmonien auf der Gitarre geht gegen unendlich ;). Warum also Akkorde immer gleich einfach spielen? Warum nicht mit weiteren Intervallen anreichern und warum nicht Akkorde neu und interessant miteinander verbinden?

Dieser Beitrag legt die Grundlage für die weitere Reise in die Welt der Klänge auf der Gitarre. Umkehrungen, Lagen und Vierklänge erwarten uns!

Ähnliche Artikel
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare zum Beitrag ...
Inline Feedbacks
Alle Einträge sehen
0
Gedanken zum Beitrag? Kommentiere gerne!x