Akkordprogressionen sind das Herzstück fast jeder Musik. Sie bestimmen den harmonischen Rahmen eines Songs. Wenn du Gitarre spielst, sind sie oft das Erste, was du lernst. Was am Anfang wie ein undurchdringlicher Dschungel scheint, lüftet sich beim Lernen eines Instruments und etwas Musiktheorie schnell und es fällt einem auf, dass sie oft denselben Mustern folgen. Was genau diese Muster sind und welche Akkordprogressionen sich schon in tausenden Songs bewährt haben, findest du hier.
Was ist eine Akkordprogression?
Eine Akkordprogression ist eine festgelegte Reihenfolge von Akkorden, meist auf einer bestimmten Tonart basierend. In C-Dur zum Beispiel bestehen die Akkorde der Tonleiter aus:
| Stufe | Akkord |
| I | C-Dur |
| ii | D-Moll |
| iii | E-Moll |
| IV | F-Dur |
| V | G-Dur |
| vi | A-Moll |
| vii° | B° oder H° |
Die 4-Chord Songs – I – V – vi – IV
Du bist auf der Suche nach einer Progression, die dir einen Pop Hit schon fast garantiert? Dann bist du schon fündig geworden. Viele, ja tausende unser aller Lieblingssongs basieren auf diesen 4 Akkorden, bekannt für viele durch Videos von Axis of Awesome oder Ed Sheeran in denen sie Hit um Hit spielen, ohne dabei jemals die Akkorde zu ändern.
Beispiel in C-Dur: C – G – Am – F
Songs:
- „Let It Be“ – The Beatles
- „With or Without You“ – U2
- „Someone Like You“ – Adele
- „No Woman, No Cry“ – Bob Marley
Der „Kleine Bruder“ – vi – IV – I – V
Die identischen Akkorde, nur in einer Reihenfolge, geben der, oft als „Pop-Umkehrung“ bezeichneten Progression den typisch melancholischen Klang, den wir alle so lieben.
Beispiel in C-Dur: Am – F – C – G
Songs:
- „Apologize“ – OneRepublic
- „Demons“ – Imagine Dragons
- „If I Were a Boy“ – Beyoncé
Let´s play some Jazz – ii – V – I
In der Jazzwelt und ihren Standards ist diese Folge fast universell – sie erzeugt klare Spannung mit perfekter Auflösung. Hier passiert harmonisch einiges mehr, denn wir bewegen uns weg vom klassischen Dreiklang hin zu den Sept-Akkorden.
Beispiel in C-Dur: Dm7 – G7 – Cmaj7
Songs:
- „Autumn Leaves“
- „Blue Bossa“
- „All the Things You Are“
Das Ganze gibt es auch als Moll Variante – ii° – V – i
Auch diese lässt sich in unzähligen Jazz und Bossa Nova Standards wie Blue Bossa wieder finden.
Die Andalusische Kadenz – i – ♭VII – ♭VI – V(7)
Mit ihrem starken Fokus auf Moll und dem Dominant Akkord, der schon fast eigenhändig zurück zum Grundakkord springt, entsteht ein spanisches Flair und sehr viel Dramatik.
Beispiel in A-Moll: Am – G – F – E
Songs:
- „Hit the Road Jack“ – Ray Charles
- „Runaway“ – Del Shannon
- „Smooth Criminal“ – Michael Jackson
Natürlich gibt es neben diesen noch haufenweise andere bekannte (und auch unbekanntere) Akkordprogressionen welche allesamt ein anderes Feeling ausmachen. Sie zu lernen und zu verstehen wird die dabei helfen:
- Songs schneller auswendig zu lernen
- besser zu improvisieren
- eigene Songs zu schreiben
Viele Hits basieren auf den gleichen Mustern – das bedeutet nicht, dass sie eintönig sind, sondern dass sie emotional funktionieren.
ist Musiklehrer aus der Schweiz. Aktiv Musik macht er in einer Prog/Post-Rock-Band. Auf seiner Webseite bloggt er über Fingerstyle und bietet Tutorials an.

Danke für Deinen guten Artikel, lieber Sebastian! Er fasst das Thema „Akkordprogressionen“ übersichtlich und anschaulich zusammen.