Lieblingsplatten: Alvaro Pierri, Lagriné & Luc, Gadú

Noch nie war so Musik so allgegenwärtig, so leicht und schnell verfügbar wie heute. Der Globus ächzt, streamt und tönt unbamherzig. Streamingdienste bauen mit ihren Empfehlungen eine Audio-Filterblase und es wird immer schwieriger, besondere Musik zu finden, die beim Hören Neues erleben lässt.

Deshalb folgen hier meine „All-Time-Favorites“ aus verschiedenen Musikrichtungen. Vielleicht verführt Euch das ein wenig, neue Hörpfade zu beschleichen 😉

Klassik: Alvaro Pierri

Wohl jeder klassische Gitarrist kennt die Etudes Spimles von Leo Brower und die Etudes von Villa Lobos. Es gibt eine Vielzahl von Interpretationen und viele Gitarristen – auch ich – werden sich schon an diesen wunderbaren Stücken selbst probiert haben. Kann man so bekannte Musik noch so interpretieren, dass man denkt: „Aha! So habe ich das noch nie gehört! So klingt es besser, musikalischer, wunderbarer!“? Man kann. Glenn Gould ist das zum Teil mit seinen Bach – Interpretationen gelungen. Alvaro Pierri spielt die südamerikanischen Klassiker so. Das stimmt jeder Ton, lebt jeder Spannungsbogen.

Die Aufnahmen der Etudes Simples sind schon etwas älter. Meine alte CD ist auf dem Markt wohl nicht mehr erhältlich. Hier gibt es eine Aufnahme bei Youtube.

Aufnahmen von Villa-Lobos und anderen Komponisten sind gut als physische CD, Download oder Stream verfügbar.

Alvaro Pierri ist 1953 in Uruguay geboren. Als Sohn eines Komponisten hat er in frühester Kindheit von Mutter und Tante Klavier und Gitarre gelernt. Er begreift sich in erster Linie als Musiker und dann erst als Gitarrist. Eine Einstellung, die man auf seinen Aufnahmen hören kann. Hier geht es nicht um den „gitarristischen Knalleffekt“, sondern um gute Musik in Freiheit und Struktur.

Ein Interview von ihm ist ebenfalls auf Youtube zu sehen. Da reift die Erkenntnis: Der Mann ist nicht nur ein außergewöhnlicher Musiker und hervorragender Gitarrist … er ist außerdem noch sehr klug 🙂

Interview mit Alvaro Pierri
Homepage: http://alvaropierri.at

 

Jazz: Biréli Lagrène & Sylvain Luc (Duet)

Appropos „Gitarristischer Knalleffekt“ … sooo schlecht sind die ja auch nicht. Das Duo Lagréne und Luc lässt ebenfalls nichts an musikalischem Einfallsreichtum, tollen Arrangements und wunderbarer Interpretation vermissen .. garniert die Stücke hier und da eben auch mit funkelnder Virtuosität.

Bireli Lagréne hat seine erste Platte mit 12 Jahren aufgenommen und seither mit verschiedenen Musikern und solistisch gespielt. Im Jahr 2000 ist die CD „Duet“ zusammen mit Lylvain Luc erschienen. Das Album enthält verschiedene atemberaubend neu arrangierte Jazz- und Popklassiker. „Das habe ich so noch nie gehört!“ gilt auch für diese Aufnahme. Die Interpretationen von Isn´t she lovely, Blackbird oder Time after Time heben musikalische Schätze der Melodien neu.
http://bireli-lagrene.fr
http://www.sylvainluc.fr/sylvainluc-uk.html

 

Pop / Folk: Maria Gadu

Meine nächste Album – Empfehlung hat das Prädikat „Geheimtipp“ wirklich nicht verdient. Denn Maria Gadú war mit ihrem Titel „Shimbalaie“ in Südamerika und Europa sehr erfolgreich und in Italien sogar auf eins der Hitlisten. Dennoch ist ihre 2009 erschienene CD „Maria Gadú“ ein wundervolles Stück brasilianischer Popmusik. Entspannt vorgetragen, geschmackvoll instrumentiert und wohl mit der Gitarre in der Hand komponiert. Sehr schön!

http://www.mariagadu.com.br

28. 08. 17|Kategorien: hingehört|Tags: , , |0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar!

Twitter Facebook