Duo Morat-Fergo: Das Mozartexperiment!

Wie klingt Klaviermusik aus dem 19. Jahrhundert, wenn man sie auf zwei Gitarren spielt? Nach Schubert haben Raoul Morat und Christian Fergo Mozart Klaviersonaten arrangiert. Im Podcast sprechen die Musiker über das erstaunliche Ergebnis.

Raoul Morat und Christian Fergo haben sich beim Studium in der Musikhochschule in Luzern kennengelernt. Seit 2014 spielen sie zusammen und haben schon mit ihren Bearbeitungen der Musik Franz Schuberts überschwängliches Lob („Eine Stunde voller Klangzauber“) und viel Aufmerksamkeit erhalten. Ihr aktuelles Album, das in diesen Tagen erschienen ist, präsentiert Klaviersonaten von Mozart. Echte Klaviermusik also, bei dem die Hörgewohnheiten Instrumentierungen jenseits von „Klavier“ zunächst fremd erscheinen lassen.

Warum Mozart auf zwei Gitarren?

„Wie machen wir nach der Schubert-CD weiter?“ hatten sich die beiden Musiker gefragt. „Mozart ist geniale und wunderbare Klaviermusik. Und es passt so gut für die Gitarre“ sagt Christian Fergo. „Die Intimität und der fast spröde Klang von den Gitarren passt auch gut zu den Sonaten.“
Raoul Morat ergänzt: „Wir haben die Erfahrung aus der ersten CD mitgenommen, dass Schubert und Mozart sehr verwandt sind. Nicht nur, dass beide in Wien gelebt haben. Auch ihre Klangsprache ist ähnlich.“
„Jedes Projekt ist ein Experiment. Da die Sonaten Mozarts schon größere Formen als bei Schubert darstellen, war am Anfang nicht so klar, was möglich ist. Wir haben lange ausprobiert und experimentiert. Die Frage war: Wo sind die Grenzen und wie weit können wir gehen?“

Wiener Gitarren für Wiener Klassik

Das Duo spielt auf sogenannten „Wiener Gitarren“. Die Instrumente haben mehrere Basssaiten und sind auch von der Bauform anders als die üblichen 6-Saiter. „Wir verwenden diese besonderen Gitarren, damit wir im Bassregister mehr Umfang erreichen können. Das hat Probleme bei der Bearbeitung gelöst.“ sagt Raoul Morat.
„Das andere ist, dass der Klang dieser Gitarren perfekt zu den Kompositionen passt. Er kommt in die Nähe des damaligen Hammerklaviers. Das ist dem ursprünglichen Klang viel näher als ein Steinway Flügel!“meint Christian Fergo. „Wir können auch mit Klangfarben und Anschlag viel mehr machen.“

Bearbeitungen – Lohnt sich das?

„Lohnt es sich?“ war die Frage, die am Anfang der Bearbeitungen stand. „Es muss auch leicht und elegant klingen und Musik sein!“ Und noch mal Christian Fergo: „Ich habe noch nie so etwas Schwieriges gespielt in meinem Leben!“.

Für den Hörer lohnen sich diese Aufnahmen ohne jeden Zweifel. Zwar ist man fasziniert von der virtuosen Spieltechnik, vergisst dies aber gleich wieder durch den klanglichen und musikalischen Genuss. Es wirkt, als wäre ein Schleier von den Sonaten genommen. Die Musik ist direkter, in der Dynamik zerbrechlicher und in der Tongebung variabler und sensibler.

Kurz: Eine unbedingte Hörempfehlung!

Homepage: https://www.morat-fergo.com/

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