Auf der Suche nach guter Gitarrenmusik? Wir haben die neuen CDs von Sam Reckless, Gerhard Daum und Giovanni Passini angehört.

Sam Reckless: Dark Times on Glamroad

Eine meine Lieblingsstellen im Film „Blues Brothers“ ist die Stelle, an der die Wirtin von Bobs Country Bunker sagt: „Wir haben beides. Country und Western!“

Die Musik von Sam Reckles ist weder Country noch Western. Aber folgen wir kurz dem Bild des Plattentextes: Man fühlt sich wie auf einer Fahrt durch Arizona, Nashville und New England. Auf dem Rücksitz sitzt nicht nur Gitarrist Markus Rohman, auch der Blues, das Country-Feeling und Jack Johnson kommt mal kurz vorbei. Wir fahren an Bobs Country Bunker vorbei.

Prägend für die Songs der Scheibe sind natürlich die ausgefeilten Arrangements, die Instrumentierung (Bass: Christian Keller, Drums: Florian Altenheim) und die Stimme von Sängerin Samirah Tariq. Frau Tariq singt gefühlvoll, ausdrucksstark und hat, obwohl offensichtlich noch jung an Jahren, einen kräftigen Schluck aus der Wehmuts-Pulle genommen. Markus Rohmann begleitet erfahren und einfallsreich. Fazit: Anhören!

Nebenbei bemerkt: Die liebevoll, kreative Gestaltung des CD-Covers mit Booklet ist ein überzeugendes Argument für den Kauf der physischen CD. Auch, wenn das etwas aus der Mode gekommen ist.

 

Gerhard Daum: Songs Without Words

„Jazz & New Classical Guitar Music“ ordnet Gerhard Daum seine Musik stilistisch ein. Der Mann ist ein überaus erfolgreicher Komponist von Filmmusik. Der Tatort und verschiedene Hollywood Produktionen stehen auf seiner Werkliste. Mit „Songs Without Words“ kehrt er zu seinen Wurzeln als Jazzgitarrist zurück.

Dies gelingt ihm völlig unaufgeregt, ohne eruptiven musikalischen Ausbruch. Die Stärke der Kompositionen sind die langen, verwobenen musikalischen Linien. Die Themen dürfen sich entwickeln und Stimmungen zaubern. Musik fürs Kopfkino!

http://www.gerharddaum.com/

Giordano Passini: Through inside

Auch Giordano Passini schielt mit Stücken von knapp 20 Minuten wahrscheinlich nicht auf einem Platz in den Hitparaden. Seine Setliste hat er bewusst nicht nach zeitlichen oder geografischen Kriterien zusammengestellt. Das Band, das er zwischen Bach, Piazolla, Giuliani, Morricone und Ramirez knüpft, ist das einer musikalischen Reise durch Schmerz und Melancholie.

Passini interpretiert die klassischen Gitarrenstücke dabei mit Ruhe, Sensibilität und großem Können. Der Empfehlung die Stücke, trotz Spotify und Amazon, im Zusammenhang zu hören, kann man nur zustimmen. Die CD ist zwar nichts für zwanghaft fröhliche Gemüter … aber auf jeden Fall eine lohnenswerte Stunde Gitarrenmusik.

http://www.giordanopassini.it/en/

Die vorgestellte Musik könnt ihr im gitarre.blog Webradio und auf der Spotify-Playliste „Gitarre – Akustisch“ hören.