Roda de Choro: Jam Session auf Brasilianisch

Jetzt stellen wir uns mal ganz dumm: Wer oder was ist eigentlich ein Choro? Die Herkunft des Begriffes ist nicht ganz geklärt. Es könnte sein, dass sich der Wortstamm aus dem Portogiesischen für „Weinen, Klage“ ableitet. Auch die Abstammung von „Xolo“, einem afrikanischen Tanz wird gehandelt.

Sicher ist jedoch, dass der Choro als Verbindung populärer europäscher Tänze und der Musik afrikanischer Sklaven entstand. Mittlerweile wird der Choro in verschiedenen Besetzungen bis hin zur Bigband musiziert. Tradionell war allerdings eine Besetzung mit ein oder zwei Gitarren, einem Cavaquinho und unterschiedlichen Percussions- und Soloinstrumenten.

roda de choro

Roda de Choro im Innenhof des Tucherschlosses in Nürnberg

Roda do Choro im Tucherschloss

Mitte der 1930er Jahre war der Choro auch in Brasilien fast in Vergessenheit geraten. Seit den 50er wird er aber wieder vermehrt – auch in Rodas de Choro – gespielt. Eine „Roda de Choro“ ist einer „Jam Session“ vergleichbar: Musiker treffen sich, musizieren und improvisieren aus dem klassischen Repertoire.

Der gemeinnützige Verein „Chorinho“ aus Nürnberg greift diese Tradion auf. Chorinho möche den kulturellen Austausch zwischen Lateinamerika, insbesondere Brasilien, und Deutschland fördern. Am 22. Juli fand eine Roda im Innenhof des Tucherschlosses statt. Verschiedene Musiker, unter anderem auch die wunderbaren Gitarristen ZÈ PAULO BECKER und CAINÃ CAVALCANTE musizierten über zwei Stunden lang überaus virtuos und gleichzeitig unglaublich entspannt.

Einen kleinen Einblick bekommt ihr durch diesen Mitschnitt:

23. 07. 17|Kategorien: vorgestellt|Tags: , |0 Kommentare

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