Songstory: Let it be – The Beatles

Irgendein Beatles-Jubiläum ist immer! Derzeit wird mit dem geflügelten Wort “In Hamburg sind wir erwachsen geworden” die Anfangszeit der Beatles in der Hansestadt gefeiert. Dabei hat das Ende der Beatles mit dem 50. Jahrestag in diesem Jahr sogar “goldenes Jubiläum”. Hier die Geschichte von “Let it be”, die eng mit dem Auseinander gehen der Fab Four verwoben ist.

Die Geschichte von “Let it be”

Zwei Missverständnisse begleiten den Song dauerhaft. “Let it be” hat nicht die Bedeutung von “Lass es sein” im Sinne von “Ist ja egal”, sondern von “Lass es geschehen”. Mehr Trost also, mehr “Alles wird gut”. Zweites Missverständnis: Bei „Mother Mary” handelt es sich nicht um eine religiöse Figur, sondern um die Mutter von Paul McCartney. Seine Mutter Mary hatte McCartney mit 14 Jahren verloren. Im Traum ist sie ihm tröstend erschienen und hat ihm, den von Zweifeln und Ängsten geplagten Sohn, beruhigend zugesprochen: Lass es geschehen!

Pauls Bandkollegen hatten genügend Anlass zu Ärger gegeben. George Harrison war auf dem “Indientrip”, Ringo wochenlang verschwunden, John hatte Yoko. Alle waren genervt voneinander. Drogen und Alkohol schossen den Rest an gegenseitiger Empathie ins Nirwana.

Für “Let it be” hatte John Lennon nur Zynismus übrig. “Vielleicht sollten wir am Ende alle lachen”, ließ er verlauten. Zu schwülstig, zu pseudoreligiös war ihm der Text.

1969 ist der Song entstanden, wurde mehrfach überarbeitet, mehrfach neu gemixt, bis er dann im März 1970 veröffentlicht wurde. Am 10. April hat Paul McCartney dann den Rat seiner Mutter befolgt und das Ende der Beatles verkündet.

Harmonien des Songs

Harmonisch ist der Song tatsächlich nicht gerade eine Offenbarung. Man kommt mit den Stufenakkorden auf I – IV – V und VI gut durch. Also die drei Hauptakkorde plus Tonikaparallele. Bei dem Übergang nach “Let it be” noch die zweite Stufe eingebaut … das war´s. Diese Akkordfolge finden wir in vielen anderen Songs auch. Es sind also nicht die Harmonien, viel eher die traurig – tröstliche Melodie, die “Let it be” in das kollektive Gedächtnis gleich mehrerer Generationen eingebrannt hat.

Interpretationen

Auch wenn “Let it be” als Song und als Album das Ende der Beatles als Band markiert hat … tot war die Musik noch lange nicht. Die Musikwelt wird überschwemmt von Beatles-Covern. Unzählige “Revival-Bands” versuchen sich am schlichten Nachspielen. Interpretationen und neue Arrangements gibt es Cello-Quintett, Klavier, Ukulele, Bläser…. und für akustische Gitarre natürlich auch. Ein paar Beispiele nur: David Qualey hat vor 13 Jahren schon eine wirklich hübsche Version für Solo Gitarre eingespielt. AnnenMayKanteneit hat eine weiter von Original entfernte Version mit Gesang und Bass veröffentlicht und eine schöne Picking-Nummer gibt es von Eiro Nareth.

Es bleibt also ein Traum, die Geschichte des Scheiterns und die Erfahrung, dass gute Musik weiterlebt.

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