Gitarrentools auf dem iPad: Aufnahme, Notation und mehr!

Gehen wir nur ein paar Jährchen zurück: Noten schreiben war etwas, was mit Papier und Stift erledigt wurde. Ein elektronisches Stimmgerät für Gitarre war teuer und verpönt. (Hörst Du das nicht selbst?)

So weit – so historisch. Mittlerweile sind Gitarrentools nicht nur selbstverständlich elektronisch sondern haben sich auch in der komplexen Variante vom Desktop-Rechner emanzipiert. Hilfreiche Gitarrensoftware auf dem iPad oder Mobiltelefonen gibt es unübersichtlich viele. Ich versuche in diesem Beitrag einen kleinen „Pfad zu trampeln“ und beschreibe meine Gitarrentools für das iPad. Nur eines vorweg: Ich habe keine „Influenza“, bekomme kein Geld für Empfehlungstipps und habe auch keine Werbelinks versteckt.

Elektronischer Quintenzirkel: Ultimate Circle of Fifth

Die Bedeutung des Quintenzirkels habe ich in diesem ehrenwerten Blog schon an verschiedenen Stellen beschrieben. Harmonische Zusammenhänge lassen sich damit anschaulich darstellen und Fragen wie „Welcher Akkord passt jetzt?“ viel leichter beantworten. Kommt noch dazu, das der Quintenzirkel eine hervorragende Hilfe für das Transponieren von Songs ist. Es gibt zahlreiche mehr oder weniger gelungene Versuche den Quintenzirkel zu digitalisieren. (Manche können allerdings auch nicht mehr als meine „Bastelversion aus Papier„) 

Sehr hilfreich und gut finde ich das Programm von Christian Hengst. Das Tool legt einen Schwerpunk auf’s Songwriting, da sich Akkordfolgen leicht mit verschiedenen Abspieloptionen speichern lassen. Es gibt Übungsoptionen mit uns die ebenen Tonleitern und als Sahnehäubchen bekannte Songs, die sich durch die Tonarten schicken lassen. Die erstellten Akkordfolgen lassen sich als Mididatei und im programmeigenen Format exportieren. Mit dem Midi-Export steht einer Weiterbearbeitung in Garageband oder Logic nichts mehr im Weg. Durch die farblich Gestaltung bleibt das Programm trotz Funktionsvielfalt übersichtich. Kritikpunkte? Nun ja, von den Sounds sollte man nicht zu viel erwarten und „Acoustic Guitar“ besser erst gar nicht ausprobieren. Obwohl sich das Programm redlich Mühe gibt, die Akkorde auf einem Gitarrengriffbrett darzustellen, sollte ma den Begriff „Voicing“ für die Zeit der Nutzung aus dem Vokabular streichen.

Fazit: Für knapp 4 Euro ist das Programm von Christian Hengst an vielen Stellen für den harmonielehreinteressierten Gitarristen sehr hilfreich. Eine Version für Android existiert ebenfalls, wurde von mir aber nicht ausprobiert.

https://ultimate-circle-of-fifths.com/de/

Schweizer Taschenmesser für Gitarre: Guitar Toolkit

Screenshot GuitarToolkit

Viel gitarrenorientierter ist das „Guitar Toolkit“. Hier gibt es ein angemessen großes und übersichtliches Griffbrett für verschiedene Skalen und Akkorde. Die Akkorde werden wahlweise in unterschiedlichen Lagen dargestellt. Auch etwas exotischere Varianten findet die Datenbank sicher. Das ist schon hilfreich, denn wer weiß schon auf Anhieb wie Dsus4 in der 5. Lage zu spielen ist? Dadurch wird das „Guitar Tool Kit“ zur guten Hilfe für Improvisation und Voicing. Die virtuellen Gitarren seiten sind auf dem Griffbrett einzeln zum Klingen zu bringen. Mit dem „Guitar Toolkit plus“ können diese Klänge gegen Zahlung von 13 zusätzlichen Euro verändert werden und Chordsheets abgespeichert werden.

Damit sich das Programm dann auch mit Fug und Recht „Toolkit“ schimpfen darf, gibt es obendrauf ein Metronom und ein Stimmgerät.

http://agilepartners.com/apps/guitartoolkit/

Notation für Gitarristen: Guitar Pro

Screenshot GuitarPro

Hier kann ich es kurz machen: Auf einem PC oder Mac ist Guitar Duo ein mächtiges Programm für die Notation von Gitarrenmusik. In der „Mobilvariante“ verfolgt es diesen Ansatz nur rudimentär. Hier dient es hauptsächlich zur Darstellung und zum Abspielen von Guitar Pro Dateien, die auf dem Rechner erstellt oder aus dem Netz gefischt wurden. Gut – das ist ja schon mal was für Leute, die das iPad als Notenblatt mit Griffbrettdarstellung und Sound ausgabe nutzen möchten. Notation in den Gitarrentabs geht zwar – macht aber keinen Spaß.

https://www.guitar-pro.com/en/index.php?pg=guitar-pro-ios-android

Eine ausführlichere Beschreibung von GuitarPro auf dem Desktop findet ihr in einem eigenen Beitrag. (… dann jetzt doch mit „Partnerlink“)

Für den Aufnahmequickie: Musikmemos

Ein appleeigenes Programm zu schnellen Aufnahme von Songideen gehört für mich auch in die Liste der häufig genutzten Tools. „Musikmemos“ hat nicht allzu viel Funktionen. Was es macht, macht es aber gut. Aufnahmen sind in guter Qualität durch Knopfdruck zu erreichen. Abspeichern, abspielen …. das wars eigentlich. Gut für das Üben von Improvisationen oder die schnelle Speicherung einer musikalischen Idee. Auf die Erkennung der gespielten Harmonien, die das Programm auch anbietet, sollte man sich jedoch nicht verlassen.

Fazit

Die Liste der digitalen Tools für Gitarristen auf iOS ist lange nicht vollständig. Garageband für Mehrspur-Aufnahmen, Musicnotes zum Anzeigen gekauften Noten und sogar GoodNotes als digitales Notenpapier sind zumindest noch eine Erwähnung wert. ChordMate, NotenScanner und Ultimate Guitar fehlen ebenfalls noch. Mal sehen … vielleicht dann eben noch ein zweiter Beitrag.

Welche Programme nutzt ihr auf Euren Mobilgeräten? Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen!

4 Gedanken zu „Gitarrentools auf dem iPad: Aufnahme, Notation und mehr!“

  1. Alles schön und gut …. aber so ein Teil kostet wenigstens 350 Euro. Papier und Stift mit ein bisschen eigenen Harmonielehrekenntnissen sind da eine Alternative 🙂

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    • Eigene Kenntnisse können durch ein elektronisches Gerät nie ersetzt werden, finde ich. Aber manches wird dadurch eben etwas leichter. Klar … ob sich die Ausgabe lohnt, ist von vielen Dingen abhängig. Nutze ich das Gerät auch für andere Dinge? Wie wichtig ist es, diese Tools mobil zu haben usw. usw.

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  2. Danke für den interessanten Beitrag! Es gibt wirklich noch viele Programme und Progrämmchen für Musiker. Mich interessiert, ob du Erfahrungen mit NotenScanner hast.

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    • Hallo slowfoot, ich habe etwas Erfahrung mit „Noten – OCR“ am Desktop und am Smartphone. Beides ist ziemlich deckungsgleich 😉 …. je komplizierter der Notensatz, desto mehr Korrekturarbeit ist nötig. Also – für einstimmige Melodien funktioniert das sehr gut. Das kann ja auch schon eine Erleichterung sein. Gerade aber für Gitarrensätze – also mehrstimmig mit unterschiedlichen Rhythmen in den Stimmen – habe ich keine sooo begeisternden Erfahrungen gemacht. Da war es nicht viel aufwendiger die Noten gleich per Maus oder Tastatur einzugeben.

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